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Geschichten - erzählt von April Wind Eldara

 

 

   

April Wind Eldara

 

April Wind Eldara

 

 

Tag meiner Geburt

 

 

Ich wurde im April geboren und kann mich noch gut erinnern, wie ich aus der wunderbaren Wärme meiner Mama in weiches Gras rutschte und dass mir plötzlich kalter Wind um die Nase pfiff. Puh war das komisch! Und wie meine Mama mich gleich trocken leckte. Das tat so gut. Dann war da auch noch Tante Beth. Sie ist nicht meine echte Tante aber ich nenne sie so, die meiner Mama half mich trocken zu machen. Ein paar Menschen standen herum und freuten sich. Ich habe erst später bemerkt, dass die Freude ja mir galt. Ach, ist die hübsch hörte ich und "süßes Stütchen" und so ein "schönes Baby".

 

Ich hatte gar nicht viel Zeit darüber nach zu denken, denn dann ging es auch schon los. Der Nabel wurde mir vorsichtig eingepinselt, war das kitzelig und die Menschen hatten Handtücher und rubbelten mich endgültig trocken. Damit ich keine Erkältung bekomme, sagten sie. Dann bekam ich einen Mantel angezogen wegen der Kälte und weil mir das ganze irgendwie zu viel wurde, versuchte ich auch gleich mal aufzustehen. Das war ganz schön anstrengend und als ich endlich stand, hatte ich ganz zittrige Beine.

 

Die ersten Schritte waren anstrengend und Mama machte komische Laute, so als würde sie Angst haben dass ich umfalle. Hatte sie aber gar nicht. Sie begrüßte mich im Leben und die Menschen lachten freudig, weil ich schon so flott auf den Beinen war. Zwar noch wackelig, aber ich stand. War das aufregend. Und anstrengend. Es kostete mich ganz schön viel Kraft meine langen Beine richtig zu sortieren und fast wäre ich wieder hingefallen. Aber als ich ein wenig mein Gleichgewicht fand und zum erstenmal ganz nah meine Mama riechen und spüren konnte, war ich glücklich. Ich spürte Mamas warmen Atmen als sie mir mit ihren Nüstern liebevoll von den Ohren bis zum Rücken strich und meinen Geruch aufsog.

 

Jetzt müßte sie was trinken, hörte ich die Menschen sagen und das traf sich gut, ich hatte sowieso ein komisches Gefühl in meinem Magen und das war schon mein erste Hunger. Und was für einer! Die Menschen guckten gespannt und halfen mir vorsichtig die Milch zu finden, wäre aber nicht nötig gewesen, ich wusste sowieso wie es geht und hätte es auch ganz alleine geschafft. Aber wie ich später bald merken sollte, machen sie das immer so. Ständig sind sie besorgt und ich finde das manchmal ganz schön albern und übertrieben. Aber so sind sie halt die Menschen. Die trauen uns ja gar nichts zu. Mama sagt das auch manchmal und lacht dann verschmitzt.

 

Ich trank die köstliche warme Milch und wurde plötzlich sehr müde. Ein wohliges Gefühl überkam mich und obwohl ich schon jetzt etwas sehen wollte, von der Welt die es zu entdecken galt, legte ich mich lieber erst nochmals hin um ein wenig zu schlafen. Die Welt konnte noch warten....

Als ich wieder aufwachte hatte ich sogar schon einen Namen. War das toll!

 

"April Wind Eldara" heißt sie, hörte ich die Menschen sagen und das gefiel mir gut.

Stolz schaffte ich es, nach 3 mal Schwung holen aufzustehen und schon wieder hatte ich Hunger. Dieses mal mußten mir die Menschen nicht helfen, ich fand die leckere Milch ganz schnell und Mama blieb ganz ruhig stehen, damit ich mich richtig satt trinken konnte. Erst jetzt sah ich wie groß meine Mama ist und wie schön. Ich konnte sogar unter ihr durchgehen. Ich guckte mich ein wenig um und sah viele Wiesen, saftiges Gras und Hügel und noch immer wehte der Wind mir um die Nase und brachte mir aufregende, noch fremde Düfte herbei. Und etwas weiter weg, standen alle meine anderen Tanten, die neugierig zu uns rüber guckten. Vorsichtig schaute ich hinter Mama hervor und drückte mich dabei fest an sie. Nicht dass ich Angst gehabt hätte, aber es ist schon gut wenn man eine große und starke Mama hat. Und nachdem ich ein paar mal satt und zufrieden um Mama herum spazierte, zugegeben noch immer etwas wackelig und doch nichts aufregendes passierte, wurde ich wieder müde und legte mich schlafen und ich träumte von Wiesen und Freunden und von Mama, die so gut riecht...und die wie ein Fels immer vor mir stand um über meinen Schlaf zu wachen. 

 

 

Mein Geschwisterchen

 

Ich bekomme ein Geschwisterchen, juhu! Tante Mary hat einen kugelrunden Bauch und Mama sagt, es kann nicht mehr lange dauern. Was kann nicht mehr lange dauern, frage ich zuerst. Egal wenn ich frage, es scheint ein großes Geheimnis zu sein, dass ich nicht wissen soll. Ständig flüstern sie und kaum komme ich, reden sie über das Wetter und tun so als ob nichts wäre. Das nervt! Frodo holt mich zur Seite und meint, die würden sich immer so anstellen, als ob das was besonderes wäre. Er wäre ja Gott sei Dank ein Wallach und hätte mit Liebesdingen, Frauen und Familienplanung so gar nichts am Hut, aber so was besonderes sei das nun auch wieder nicht. Ja was denn überhaupt, fragte ich neugierig. Dummerchen, merkst Du gar nichts? Du bekommst ein Geschwisterchen! Auch deine Tante Mary war in deinen Papa verliebt und deshalb kommt nun noch so ein Quälgeist wie Du zur Welt. Verdutzt schaue ich ihn an. Ich bekomme ein Geschwisterchen? Ja, Du bekommst ein Geschwisterchen. Es ist von meinem Papa?! Ist das aufregend!

 

Ich gehe schnurstracks zu Tante Mary und guck mir den dicken Bauch an. Du meine Güte, das war mir noch gar nicht aufgefallen. Hoffentlich platzt sie nicht. Da ist ein Baby im Bauch und ich hab es gar nicht gewusst. "Na was guckst Du kleines", fragt mich Mary freundlich. Wird es bald kommen mein Geschwisterchen, frage ich leise. Oh ja, ich denke heute Nacht wird es so weit sein und dabei guckt sie Frodo giftig an, der sich gleich verlegen zur Seite dreht. Ich werde wach bleiben, das steht fest. Das will ich sehen. Darf ich zusehen? Mary sagt, wenn ich nicht alles verschlafe, wäre es kein Problem und sie sagt Frodo könne mich ja auch wecken, falls ich doch einschlafe, denn wenn er schon alles ausplaudern müsse, könne er auch so nett sein und mir Bescheid geben. Tante Laura lacht und zwinkert mir zu. Sie weicht nicht von Marys Seite. Sie ist ihre beste Freundin und sehr besorgt und Conner sagt, es sei ja nicht sein Kind, aber er freue sich trotzdem, denn das Kleine könne ja nun wirklich nichts dafür. Wäre er schon früher hier gewesen, wäre es sowieso sein Kind und er wird es deshalb genauso lieben, als wäre es seines. Mary lächelte verlegen und wirft Conner einen scheuen aber liebevollen Blick zu. Ich glaube sie liebt jetzt Onkel Conner.

 

Meine Güte, die Großen verhalten sich ganz schön komisch. Hoffentlich werde ich später mal nicht auch so eigenartig und doof. Unsere Menschen, Sissy und Eddy sind bei uns. Sie streicheln Tante Mary, die das sehr mag und freuen sich auch auf das Baby. Mary sagt, die bleiben heute Nacht bei uns und es wäre sehr beruhigend, denn man wisse ja nie ob alles glatt geht. Da ist ja lustig. Gleich halte ich Sissy meinen Hintern zum kraulen hin und sie lachen wie immer, als wäre das so witzig. Irgendwann werde ich müde und Mama sagt auch, sie müsse mal zumindest vor sich hin Dösen und man solle alles schön ruhig angehen, denn man müsse bei all der Aufregung nun auch mal eine Mütze voll Schlaf bekommen. Aber weck mich bitte, wenn es los geht, rufe ich Frodo noch zu, bevor ich mich hinlege. "Ja klar, ganz bestimmt wecke ich dich", sagt er, während er Conner noch neckisch ins Bein zwickt, um ihn mal wieder zu nerven.

 

Als ich aufwache sehe ich Frodo der tief schläft und neben Mary liegt ein braunes Fohlen im Gras. Es ist schon da? Ich springe aufgeregt auf, aber Mama sagt ich soll jetzt erstmal mal ruhig stehen bleiben und aus der Ferne gucken, ich würde auch so genug sehen und Mary bräuchte jetzt mal Ruhe, denn es wäre doch ganz schön anstrengend für sie gewesen. Ein lustiger weißer Stern ist auf dem kleinen Kopf zu sehen und leuchtet mir entgegen. Hast nicht viel verpasst, sagt Freyja zu mir. Es ging so schnell, wir alle haben es fast übersehen und es gibt übrigens schöneres, als so eine Geburt. Ich meinerseits werde sowieso nie ein Kind bekommen, sagt sie laut und guckt sich hochnäsig in der Runde um. Ich laufe bestimmt nicht ein Jahr mit so einem dicken Bauch herum und hab dann auch noch ein nerviges Balg am Hals. Was ist ein Balg, frage ich verdutzt. Ein Balg ist ein kleines süßes Fohlen so wie Du sagt Mama und guckt Freyja böse dabei an. Ja natürlich Freyja, du wirst ja Model sagt Mara schnippisch und lacht herzhaft und alle lachen mit. Nur Connor sagt nichts und tut so als hätte er überhaupt nichts gehört. Es ist ein gesundes Brüderchen sagt Laura, die jetzt neben mir und Mama steht zu mir. Er heißt Thorm, sagt Conner leise und ganz andächtig von hinten. Endlich mal ein Kerl, höre ich Frodo noch immer verschlafen murmeln. Gibt schon genug Weibsvolk hier. Alle lachen leise. Thorm, so heißt er also mein Halbbruder. Und besonders schön ist er sagen sie und bald wird er mit mir spielen und wir werden viel Spaß zusammen haben.

Ich freue mich. Das Leben ist soooo schön!

 

 

Schimmel oder Rappe

 

Seit heute steht es fest, ich, April Wind Eldara, werde kein Schimmel! War das ein Theater. Endlose Diskussionen meiner Tanten um meine Farbe und alle wussten es besser. Mama ist wunderschön weiß, wie fast alle meine Tanten. Aber ich werde dunkelbraun, vielleicht sogar ganz schwarz! Das gefällt mir gut und ich bin richtig froh. Meinen Papa kenne ich nicht. Mama sagt aber, sein Name wäre Brickell Lloyd Owen, er wäre ein stattlicher weißer Hengst und eigentlich müßte ich auch weiß werden, immerhin hätte ich auch seine schönen Augen und dass es schade sei, dass ich ihn nicht kennen würde. Ich könne aber sehr stolz sein, so einen tollen Papa zu haben. Aber ich werde kein Schimmel sondern ein Rappe! Wie meine Tanten Laura, Mara und Pearl und wie mein Onkel Conner.

Das finde ich super! Am liebsten würde ich ja ganz bunt und scheckig werden, aber derart Gefleckte haben nichts bei uns Shire verloren und es wäre auch ziemlich unpassend, sagt Tante Mara, die braun ist und ein weißen Fleck am Bauch hat, über den sie sich ganz schön ärgert und den sie gerne verstecken würde. Manchmal stupse ich mit meiner Nase direkt auf den Fleck um sie zu necken. Dann sagt sie leise, so dass Mama es nicht hören kann: "Du wirst zwar dunkel aber du wirst dafür klein bleiben. So klein wie Frodo." Frodo ist mein Freund. Er ist ein Shetty und er ist wirklich klein und Mama lachte leise und nannte mich Dummerchen, weil ich Tante Mara zu Beginn auch noch ganz erschrocken glaubte. Jetzt weiß ich aber, dass Mara mich damit nur ärgern will und galoppiere buckelnd und lachend davon, wenn sie sagt ich wäre zwergenwüchsig wie Frodo.

 

Frodo sagt, ich werde ihm schon recht bald gewaltig über den Kopf wachsen und ich könnte gar nicht so klein bleiben wie er. Nicht mal wenn ich wollte. Und außerdem sei er der einzige Kleine in der Herde und er würde es gar nicht gut finden jetzt auch noch Konkurrenz von einem Gör wie mir zu bekommen. Er sei immerhin was besonderes- sagt er. Mama sagt, das wäre ich auch, aber Frodo will das nicht hören. Er grast dann nur gelangweilt und sagt, er wäre nicht nur klein, er wäre auch noch schlauer als wir Shire Horses alle zusammen. Immerhin hätten alle in unserer Herde zu Beginn sogar Angst vor ihm gehabt, weil sie noch nicht mal wussten, das es so kleine Pferde wie ihn gibt. Dann macht er zum Spaß manchmal plötzlich "Puh!", um uns zu erschrecken und meine Tanten, besonders Mary, drehen sich immer kopfschüttelnd weg und rollen gelangweilt die Augen.

 

Frodo findet das total komisch. Conner findet das auch witzig. Er lacht dann verhalten und zwinkert Frodo heimlich zu. Außerdem könne er als Zwerg, als einziger von uns allen direkt unter den Zaunlitzen durch und auf die saftigeren Wiesen nebenan gehen und sich da an den besten und frischesten Leckereien bedienen, während wir an alten Halmen lutschen würden und wir sollten ihm das erstmal nachmachen. Mama hat sofort geschimpft und mir streng verboten diesen Blödsinn nach zu machen. Frodo solle mir nicht so dummes Zeug lernen. Wir hätten genug gutes Gras hier und er wolle sich immer nur wichtig machen und Aufmerksamkeit erregen, weil er so klein ist. Und wenn er schon so klug sei wie er immer tut, dann solle er uns Fohlen lieber mal was gescheites beibringen und uns was wichtiges fürs Leben lernen. Na ja, dann soll er halt alleine unter den Litzen durch gehen, obwohl ich schon gerne mitmachen würde, aber wenn ich groß bin, springe ich vielleicht mal oben drüber, dass kann er nicht und dann wird er große Augen machen.

 

 

Fairytale Shire - Zuchtgemeinschaft Kilianshof GbR
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